Erkaeltete Frau unter einer Wolldecke auf dem Sofa schnaeuzt sich, daneben Tee und Taschentuecher
Saisontipp

Erkältung: Was wirklich hilft und wann Sie besser zum Arzt gehen

Von Björn Arbter Veröffentlicht am 6 Min. Lesezeit

Bild mit KI erstellt

Schnupfen, Halsweh, Husten: Eine Erkältung dauert meist gut eine Woche. Was Sie in dieser Zeit sinnvoll tun können, was Sie sich sparen können und bei welchen Warnzeichen Sie nicht abwarten sollten.

Es kratzt im Hals, die Nase läuft, der Kopf fühlt sich an wie in Watte gepackt. Im Herbst erwischt es fast jeden irgendwann. Die ehrliche Nachricht vorweg: Eine Erkältung lässt sich nicht wegzaubern. Sie wird von Viren verursacht, und Ihr Immunsystem braucht einfach seine Zeit, meist sieben bis zehn Tage. Was Sie aber sehr wohl beeinflussen können: wie gut Sie durch diese Tage kommen.

Erkältung oder Grippe?

Die beiden werden oft verwechselt, sind aber verschiedene Krankheiten.

  • Erkältung schleicht sich ein. Erst kratzt der Hals, dann kommt der Schnupfen, später vielleicht Husten. Fieber bleibt meist aus oder ist leicht.
  • Echte Grippe (Influenza) kommt plötzlich, oft innerhalb weniger Stunden: hohes Fieber, starke Kopf- und Gliederschmerzen, ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl. Man fühlt sich, als hätte einen etwas überrollt.

Wenn Sie den Verdacht auf eine Grippe haben, gehört das in ärztliche Hände, vor allem, wenn Sie älter sind oder eine Vorerkrankung haben.

Was Ihrem Körper jetzt hilft

Die Grundlagen klingen unspektakulär, sind aber das Wichtigste:

  • Ruhe. Ihr Körper arbeitet. Wer sich trotz Erkältung zum Sport oder in die Arbeit schleppt, verlängert die Sache oft nur.
  • Viel trinken. Wasser, Kräutertee, warme Brühe. Das hält die Schleimhäute feucht und hilft, festsitzenden Schleim zu lösen.
  • Feuchte Luft. Trockene Heizungsluft reizt Nase und Rachen zusätzlich. Regelmäßig lüften hilft.
  • Inhalieren mit Wasserdampf. Ein paar Minuten über einer Schüssel mit heißem Wasser befeuchten die Atemwege. Bei Kindern bitte Vorsicht: Verbrühungsgefahr.

Schnupfen: Salzwasser und abschwellendes Spray

Nasenspülungen oder Sprays mit Salzwasser befeuchten die Schleimhaut und spülen Schleim heraus. Sie können sie so oft verwenden, wie Sie mögen, auch über längere Zeit.

Abschwellende Nasensprays lassen Sie wieder frei durchatmen und helfen besonders nachts. Wichtig ist die Grenze: nicht länger als fünf bis sieben Tage am Stück. Danach kann sich die Nasenschleimhaut daran gewöhnen und schwillt ohne Spray erst recht zu. Viele kennen das als „Nasenspray-Abhängigkeit”.

Tipp aus der Apotheke: Für Kinder gibt es abschwellende Nasensprays in niedrigerer Dosierung. Bitte nehmen Sie nicht einfach das Spray der Erwachsenen, sondern fragen Sie uns nach dem passenden.

Husten: Löser oder Stiller?

Hier passieren die häufigsten Fehler, weil es zwei sehr unterschiedliche Arten von Hustenmitteln gibt.

  • Hustenlöser helfen, wenn der Husten verschleimt ist. Sie machen den Schleim flüssiger, damit Sie ihn leichter abhusten können.
  • Hustenstiller dämpfen den Hustenreiz. Sie sind für trockenen Reizhusten gedacht, der Sie nicht schlafen lässt.

Die beiden nicht gleichzeitig nehmen: Der Löser produziert Schleim, der Stiller verhindert, dass er abgehustet wird. Wenn überhaupt, dann tagsüber den Löser und nur bei sehr störendem Husten am Abend einen Stiller. Was zu Ihrem Husten passt, klären wir gern mit Ihnen.

Halsschmerzen und Fieber

Bei Halsschmerzen tun Lutschtabletten, warme Getränke und Gurgeln gut. Gegen Kopf- und Gliederschmerzen oder Fieber können Schmerzmittel helfen.

Achten Sie dabei auf Kombipräparate („Grippemittel” für den Abend): Sie enthalten oft einen Schmerzwirkstoff, den Sie vielleicht zusätzlich noch als Tablette nehmen. So entsteht schnell eine doppelte Dosis, ohne dass man es merkt. Wenn Sie regelmäßig andere Medikamente einnehmen, lohnt sich vorher ein kurzer Blick auf mögliche Wechselwirkungen.

Was Sie sich sparen können

Antibiotika helfen bei einer Erkältung nicht. Sie wirken gegen Bakterien, nicht gegen Viren. Bei einer gewöhnlichen Erkältung bringen sie nur Nebenwirkungen. Ob später eine bakterielle Infektion dazukommt, beurteilt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.

Wann Sie nicht abwarten sollten

Meist heilt eine Erkältung von allein aus. Ärztlich abklären lassen sollten Sie es bei:

  • Fieber über 39 °C oder Fieber, das länger als drei Tage anhält,
  • Atemnot, Schmerzen in der Brust oder pfeifendem Atem,
  • starken Ohren- oder Gesichtsschmerzen,
  • Beschwerden, die nach zehn Tagen nicht besser werden oder nach einer Besserung plötzlich wieder schlimmer,
  • Säuglingen und Kleinkindern, Schwangeren, älteren Menschen und Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Asthma, COPD, Herzerkrankungen oder Diabetes.

Wenn Sie unsicher sind, was Sie bei Ihrer Erkältung nehmen dürfen, vor allem zusammen mit Ihren Dauermedikamenten: Sprechen Sie uns an. Wir schauen gemeinsam, was zu Ihnen passt, und sagen Ihnen auch ehrlich, wenn Sie besser in die Arztpraxis gehen.

Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden lassen Sie das bitte ärztlich abklären.

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