Sicher mit Medikamenten

Wechselwirkungen und Kontraindikationen: Warum Ihre Apotheke den Überblick behält

Von Björn Arbter 6 Min. Lesezeit

Mehrere Ärzte, mehrere Medikamente, dazu etwas aus der Freiwahl – schnell passt etwas nicht zusammen. Wie Wechselwirkungen und Kontraindikationen entstehen, welche besonders häufig sind und wie Sie sich schützen.

Ein Blutdruckmittel vom Hausarzt, ein Asthmaspray vom Lungenfacharzt, dazu ein Schmerzmittel aus der Freiwahl und ein Nahrungsergänzungsmittel aus der Drogerie: Was harmlos klingt, kann sich in die Quere kommen. Wechselwirkungen und Kontraindikationen gehören zu den häufigsten – und zugleich vermeidbarsten – Problemen im Arzneimittelalltag. Der wichtigste Schutz davor ist erstaunlich einfach.

Was ist eine Wechselwirkung?

Von einer Wechselwirkung spricht man, wenn ein Mittel die Wirkung eines anderen verändert – es abschwächt, verstärkt oder Nebenwirkungen begünstigt. Das betrifft nicht nur Medikamente untereinander:

  • Arzneimittel mit Arzneimittel – der klassische Fall.
  • Arzneimittel mit Lebensmitteln – etwa Grapefruit, die den Abbau mancher Medikamente hemmt.
  • Arzneimittel mit Nahrungsergänzung – zum Beispiel Johanniskraut oder hoch dosierte Mineralstoffe.

Und was ist eine Kontraindikation?

Eng verwandt, aber nicht dasselbe: Eine Kontraindikation (eine „Gegenanzeige”) bedeutet, dass ein Medikament bei einer bestimmten Erkrankung oder Situation gar nicht erst angewendet werden sollte – unabhängig davon, was Sie sonst noch einnehmen.

Ein Beispiel aus der Praxis: Steht in Ihrer Medikation ein Asthmaspray, ist das für uns ein deutliches Zeichen für ein empfindliches Bronchialsystem. Manche Wirkstoffe können die Bronchien verengen und damit einen Asthmaanfall begünstigen – sie passen dann schlicht nicht zu diesem Krankheitsbild. Genau solche Konstellationen fallen uns in der Apotheke auf, wenn Ihre Medikation bei uns hinterlegt ist – oft schon, bevor das Präparat überhaupt über den Tresen geht.

Warum die Apotheke den Überblick behält

Das Grundproblem: Jede Ärztin und jeder Arzt sieht meist nur den eigenen Teil Ihrer Behandlung. Der Kardiologe weiß nicht unbedingt, was der Lungenfacharzt verordnet hat – und beide wissen nichts von dem Mittel, das Sie sich selbst in der Drogerie gekauft haben.

Die Apotheke ist die Stelle, an der alles zusammenläuft. Wenn Sie Ihre Arzneimittel über ein Kundenkonto bei uns beziehen, prüft unser System jeden Vorgang automatisch gegen Ihre bereits erfasste Medikation – auf Wechselwirkungen ebenso wie auf mögliche Gegenanzeigen. So sehen wir das Problem, bevor es eines wird. Wie das genau funktioniert, lesen Sie auf unserer Seite zur RoKo-Kundenkarte.

Fünf häufige Beispiele

  • Ibuprofen & bestimmte Blutdrucksenker: Regelmäßig eingenommene Schmerzmittel können die Wirkung mancher Blutdruckmittel abschwächen.
  • Blutverdünner & Schmerzmittel: Manche frei verkäuflichen Schmerzmittel erhöhen in Kombination das Blutungsrisiko.
  • Johanniskraut & andere Medikamente: Das pflanzliche Mittel kann die Wirkung zahlreicher Arzneimittel herabsetzen – unter anderem der Antibabypille.
  • Grapefruit & bestimmte Cholesterinsenker: Der Saft kann die Wirkstoffkonzentration im Blut deutlich erhöhen.
  • Schilddrüsenhormone (L-Thyroxin) & Kalzium, Eisen oder Mittel gegen Sodbrennen: Mehrwertige Mineralstoffe – aus Milch, Nahrungsergänzung oder manchen Säureblockern – binden das Schilddrüsenhormon im Darm und können es teilweise unwirksam machen. Der Schlüssel ist der zeitliche Abstand: L-Thyroxin morgens nüchtern, mineralstoffhaltige Präparate erst deutlich später.

Tipp aus der Apotheke: Erwähnen Sie auch scheinbar harmlose Dinge – Vitamine, pflanzliche Mittel, Tees. Gerade diese „Kleinigkeiten” tauchen auf keinem Rezept auf und sind bei Wechselwirkungen oft der blinde Fleck.

Was Sie selbst tun können

  • Führen Sie alles auf: verschreibungspflichtige Medikamente, frei verkäufliche Mittel und Nahrungsergänzung.
  • Bleiben Sie möglichst bei einer Apotheke – dann laufen alle Fäden an einer Stelle zusammen.
  • Legen Sie ein Kundenkonto an und sagen Sie bei jedem Besuch, dass Sie eines haben – nur dann läuft der Wechselwirkungs-Check.
  • Nutzen Sie unsere Medikationsanalyse: Bei mehreren Dauermedikamenten prüfen wir Ihre gesamte Medikation in Ruhe auf Verträglichkeit. Mehr dazu unter unseren Services.

Wechselwirkungen sind kein Grund zur Angst – aber ein guter Grund, Ihre Apotheke ins Vertrauen zu ziehen. Bringen Sie uns einfach eine vollständige Liste Ihrer Mittel mit. Der Rest ist unser Job.

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