Saisontipp

Die Reiseapotheke: Checkliste vom Apotheker

Von Björn Arbter 6 Min. Lesezeit

Was gehört in die Reiseapotheke – und was ist reines Marketing? Unsere praktische Checkliste für Urlaub und Reise, plus die Dinge, an die im Trubel fast alle vergessen.

Koffer, Reisepass, Sonnencreme – und dann? Eine gut gepackte Reiseapotheke entscheidet oft darüber, ob ein kleines Wehwehchen im Urlaub nur eine Randnotiz bleibt oder den halben Tag kostet. Damit Sie nichts Wichtiges vergessen, hier unsere Checkliste aus der Apotheke – ohne unnötigen Ballast.

Die Basis: Das gehört in jede Reiseapotheke

Diese Dinge sind unabhängig vom Reiseziel sinnvoll:

  • Schmerz- und Fiebermittel (das Präparat, das Sie vertragen).
  • Mittel gegen Durchfall plus Elektrolyte zum Ausgleich von Flüssigkeitsverlust.
  • Etwas gegen Übelkeit und Reisekrankheit – besonders bei Auto-, Schiffs- oder Flugreisen.
  • Wund- und Blasenversorgung: Pflaster, sterile Kompressen, Wunddesinfektion, Blasenpflaster.
  • Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor und ein After-Sun-Produkt.
  • Insektenschutz und etwas gegen juckende Stiche.
  • Ein Antihistaminikum bei Allergien oder allergischen Reaktionen.
  • Fieberthermometer, Pinzette, Schere, Einmalhandschuhe.

Individuell wichtig: Ihre Dauermedikation

Der Teil, der im Urlaub am meisten zählt – und am häufigsten zu knapp bemessen ist:

  • Nehmen Sie Ihre Dauermedikamente in ausreichender Menge mit, plus Puffer für einige Extra-Tage, falls die Rückreise sich verzögert.
  • Packen Sie einen aktuellen Medikationsplan ein – das hilft im Notfall enorm.
  • Für kühlpflichtige Präparate (z. B. Insulin) an eine Kühltasche denken.
  • Bei bestimmten Arzneimitteln – etwa starken Schmerzmitteln – kann für die Einreise ein ärztliches Attest oder eine Bescheinigung nötig sein. Klären Sie das rechtzeitig.

Tipp aus der Apotheke: Packen Sie Ihre Dauermedikation und ein kleines Notfall-Set immer ins Handgepäck, nicht in den Koffer. Geht das aufgegebene Gepäck verloren, stehen Sie sonst ohne Ihre wichtigsten Medikamente da.

Vom Reiseziel abhängig

Je nach Ziel lohnt sich eine gezielte Vorbereitung:

  • Impfschutz prüfen: Manche Länder setzen bestimmte Impfungen voraus, andere empfehlen sie. Das braucht Vorlauf – kümmern Sie sich am besten mehrere Wochen vorher darum.
  • Malaria-Gebiete: Hier ist eine individuelle Beratung durch Arzt oder Apotheke wichtig, ebenso konsequenter Mückenschutz.
  • Lange Flüge oder Busfahrten: Bei erhöhtem Risiko für Beinvenenthrombosen kann eine Beratung zu Kompressionsstrümpfen sinnvoll sein.

Die Klassiker, die fast alle vergessen

  • Ohrentropfen bei empfindlichen Ohren (Klimaanlage, Schwimmen).
  • Etwas gegen Sodbrennen – fremdes Essen fordert den Magen.
  • Ersatz für Brille oder Kontaktlinsen samt Pflegemittel.
  • Bei Reisen mit Kindern: alles in der passenden Kinderdosierung und als Saft oder Zäpfchen.

Pro-Tipp fürs Fliegen: Die trockene Kabinenluft trocknet die Nasenschleimhaut aus – prompt folgt bei vielen der klassische Schnupfen nach dem Langstreckenflug. Ein dexpanthenolhaltiges Meerwasser-Nasenspray, während des Fluges mehrmals angewendet, hält die Schleimhaut feucht und widerstandsfähig. Und für empfindliche Ohren gibt es spezielle Ohrstöpsel, die den Druckausgleich erleichtern. Zu beidem beraten wir Sie gern in der Apotheke.

Am besten zwei Wochen vor Abreise vorbeikommen

Reiseapotheken lassen sich nicht sinnvoll „von der Stange” packen – sie hängen von Ihrem Reiseziel, Ihrer Reisegruppe und Ihren eigenen Vorerkrankungen ab. Kommen Sie am besten etwa zwei Wochen vor der Abreise zu uns: Dann ist noch Zeit, fehlende Impfungen zu organisieren, Rezepte für die Dauermedikation einzulösen und Ihre persönliche Reiseapotheke in Ruhe zusammenzustellen. Gute Reise!

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