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Saisontipp

Insektenstiche & Sonnenbrand: schnelle Hilfe aus der Hausapotheke

Von Björn Arbter 6 Min. Lesezeit

Bild mit KI erstellt

Wespe, Mücke, zu viel Sonne – die häufigsten Sommer-Wehwehchen. Was wirklich hilft, was Sie besser lassen und woran Sie erkennen, wann es zum Arzt muss.

Der Sommer bringt Grillabende, Freibad und laue Nächte – aber eben auch Wespen am Kuchenteller, Mücken auf der Terrasse und den einen Nachmittag zu lange in der Sonne. Die gute Nachricht: Die meisten dieser kleinen Sommer-Wehwehchen lassen sich mit ein paar Handgriffen und einer gut sortierten Hausapotheke selbst versorgen. Die wichtigere Nachricht: Bei einigen Warnzeichen sollten Sie nicht zögern. Hier das Wichtigste vom Apotheker.

Insektenstiche: kühlen, nicht kratzen

Ein Mücken- oder Wespenstich juckt, schwillt an und rötet sich – das ist eine ganz normale Reaktion des Körpers auf das Insektengift. Was jetzt hilft:

  • Sofort kühlen: Ein Kühlpack (in ein Tuch gewickelt, nie direkt auf die Haut) oder ein kaltes, feuchtes Tuch lindert Juckreiz und Schwellung am schnellsten.
  • Nicht kratzen: So verständlich der Reiz ist – Kratzen öffnet die Haut und schleppt Keime ein. Aus einem harmlosen Stich wird so schnell eine Entzündung.
  • Juckreiz gezielt stillen: Kühlende Gele mit juckreizstillenden oder antiallergischen Wirkstoffen aus der Apotheke verschaffen Ruhe. Zu dem, was für Sie passt, beraten wir Sie gern.
  • Wärme direkt nach dem Stich: Ein elektronischer Stichheiler gibt punktuell kurz Wärme ab – von vielen als angenehm empfunden, um den Juckreiz früh zu bremsen.

Tipp aus der Apotheke: Wespen lieben süße Getränke. Trinken Sie im Sommer aus der Dose oder Flasche am besten mit einem Strohhalm und decken Sie Gläser ab – so vermeiden Sie den gefährlichsten aller Stiche: den im Mund- oder Rachenraum.

Wann ein Insektenstich ernst wird

Die meisten Stiche sind harmlos. Diese Situationen sind es nicht – hier zählt jede Minute:

  • Stich im Mund oder Rachen (etwa durch eine Wespe im Getränk): Es droht eine Schwellung der Atemwege. Sofort den Notruf 112 wählen, von außen den Hals kühlen und Eis lutschen lassen.
  • Anzeichen einer allergischen Reaktion am ganzen Körper: Atemnot, Schwindel, Herzrasen, Quaddeln oder Hautausschlag fernab der Einstichstelle, Schwellung von Lippen, Zunge oder Augenlidern. Auch das ist ein Notfall – 112. Wer eine bekannte Insektengift­allergie hat, sollte sein Notfallset im Sommer immer griffbereit tragen.
  • Zeichen einer Infektion Tage später: Wird die Stelle großflächig rot, heiß und schmerzhaft, kommt womöglich Fieber dazu – dann bitte ärztlich abklären lassen.

Auch Zecken gehören zum Sommer: Entfernen Sie sie möglichst rasch, indem Sie sie nah an der Haut fassen und gerade herausziehen. Zeigt sich später eine ringförmige Rötung um die Stichstelle oder fühlen Sie sich grippig, gehört das in ärztliche Hände.

Sonnenbrand: der Haut Zeit und Kühlung geben

Ein Sonnenbrand ist eine echte Verbrennung der Haut – auch wenn er sich erst Stunden später zeigt. So versorgen Sie ihn richtig:

  • Raus aus der Sonne und die Haut vorsichtig kühlen, zum Beispiel mit kühlen, feuchten Umschlägen.
  • Feuchtigkeit spenden: Kühlende, feuchtigkeitsspendende Lotionen oder After-Sun-Produkte tun der gereizten Haut gut.
  • Viel trinken: Eine verbrannte, gerötete Haut entzieht dem Körper Flüssigkeit.
  • Blasen in Ruhe lassen: Bilden sich Blasen, bitte nicht aufstechen – die Haut darunter ist der natürliche Schutz vor Infektionen.
  • Finger weg von Hausmitteln auf offener Haut: Quark, Öl oder Butter gehören nicht auf einen Sonnenbrand. Auf verletzter Haut erhöhen sie eher das Infektionsrisiko, als dass sie helfen.

Tipp aus der Apotheke: Manche Medikamente machen die Haut deutlich lichtempfindlicher – dann genügt schon wenig Sonne für eine kräftige Reaktion. Betroffen sind zum Beispiel bestimmte Antibiotika und Entwässerungsmittel. Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber Medikamente und Hitze. Im Zweifel fragen Sie uns – wir sehen in Ihrer Medikation nach.

Wann Sonnenbrand zum Arzt gehört

Kühlen und abwarten reicht nicht immer. Ärztlichen Rat sollten Sie einholen bei:

  • großflächigen Verbrennungen, starken Schmerzen oder ausgedehnter Blasenbildung,
  • Sonnenbrand bei Säuglingen und Kleinkindern – ihre Haut ist besonders empfindlich,
  • zusätzlichen Beschwerden wie Fieber, Übelkeit, Kopfschmerz oder Kreislaufproblemen. Das kann auf einen Sonnenstich oder Hitzschlag hindeuten und muss ernst genommen werden.

Vorbeugen ist der beste Schutz

Am schönsten ist der Sommer natürlich ganz ohne Stich und Sonnenbrand:

  • Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor großzügig auftragen und nach dem Baden oder Schwitzen erneuern; die pralle Mittagssonne meiden und an eine Kopfbedeckung denken.
  • Insektenstiche vermeiden mit Repellents, abends langer Kleidung und Fliegengittern – und eben abgedeckten Süßgetränken.
  • Die passende Hautpflege für Ihren Hauttyp und für Kinder stellen wir Ihnen gern zusammen.

Ihr persönliches Sommer-Set – vom Kühlgel über den Insektenschutz bis zur richtigen Sonnencreme – bekommen Sie bei uns in beiden Apotheken. Wenn Sie mögen, bestellen Sie einfach vor und holen alles fertig gepackt ab. Und für alles rund um Reise und Urlaub lohnt ein Blick in unsere Reiseapotheke-Checkliste. Kommen Sie gut und gesund durch den Sommer!

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