Aelterer Mann am Kuechentisch nimmt eine Tablette aus der Wochenbox, im Hintergrund eine Wanduhr
Sicher mit Medikamenten

Zeitumstellung und Medikamente: Pille, Insulin & Co. richtig einnehmen

Von Björn Arbter Veröffentlicht am 5 Min. Lesezeit

Bild mit KI erstellt

Am 25. Oktober wird die Uhr eine Stunde zurückgestellt. Für die meisten Medikamente ist das kein Problem. Bei welchen Sie trotzdem kurz nachdenken sollten und wie Sie die Umstellung sanft gestalten.

Lieber schauen statt lesen? Das Wichtigste aus diesem Beitrag im Video (knapp 2,5 Minuten).

Sprecherstimme (Björn Arbter) und Einstiegsszene mit KI erstellt.

In der Nacht zum Sonntag, 25. Oktober, ist es wieder so weit: Um drei Uhr wird die Uhr auf zwei Uhr zurückgestellt. Wir bekommen eine Stunde geschenkt. Für den Schlaf ist das meist angenehm, und für Ihre Medikamente gilt fast immer: Kein Grund zur Sorge.

Trotzdem kommt die Frage jedes Jahr bei uns am Tresen an: „Nehme ich meine Tablette jetzt nach der alten oder nach der neuen Zeit?” Hier die Antworten.

Die Faustregel

Für die allermeisten Medikamente gilt: Nehmen Sie sie ab Sonntag einfach zur gewohnten Uhrzeit nach der neuen Zeit ein. Eine Stunde Verschiebung macht bei einer Tablette, die Sie einmal täglich nehmen, keinen spürbaren Unterschied. Das gilt zum Beispiel für Blutdruckmittel, Cholesterinsenker oder Schilddrüsenhormone.

Bei Medikamenten, die Sie zweimal oder dreimal täglich nehmen, ist eine Stunde ebenfalls unkritisch. Der Abstand ist dann einmalig etwas länger.

Die Pille

Bei der Pille ist die Sorge am größten, aber auch hier ist die Umstellung in aller Regel unproblematisch. Nehmen Sie sie wie gewohnt zur selben Uhrzeit nach der neuen Zeit. Bei der Winterzeit verlängert sich der Abstand dadurch einmalig um eine Stunde.

Die meisten Pillen verzeihen eine Verspätung von bis zu zwölf Stunden, ohne dass der Schutz leidet. Eine Stunde liegt weit darunter. Anders ist es bei einigen reinen Gestagen-Pillen („Minipille”), bei denen das Zeitfenster nur drei Stunden beträgt. Auch hier reicht eine Stunde noch, aber wer ganz sichergehen möchte, nimmt sie am Sonntag einfach zur alten Zeit, also eine Stunde früher nach der neuen Uhr, und rückt danach zur gewohnten Uhrzeit zurück. Im Zweifel steht in der Packungsbeilage, wie viel Spielraum Ihre Pille hat. Oder Sie fragen uns.

Insulin

Wer Insulin spritzt, kennt sich mit Zeiten meist gut aus. Für die Zeitumstellung gilt:

  • Mahlzeiteninsulin spritzen Sie wie immer zu den Mahlzeiten. Sie essen ja ohnehin nach der neuen Uhr.
  • Langwirksames Basalinsulin einmal täglich: Eine Stunde Verschiebung ist in der Regel unkritisch. Spritzen Sie ab Sonntag zur gewohnten Uhrzeit nach der neuen Zeit.
  • Insulinpumpe: Denken Sie daran, die Uhrzeit an der Pumpe umzustellen, sonst laufen die Basalraten eine Stunde versetzt.

Messen Sie in den Tagen nach der Umstellung Ihren Blutzucker etwas aufmerksamer. Wer stark schwankende Werte hat, bespricht die Umstellung am besten vorher mit der Diabetespraxis.

Wo Sie genauer hinschauen sollten

Bei einigen Medikamenten kommt es auf regelmäßige Abstände besonders an, zum Beispiel bei manchen Mitteln gegen Parkinson oder Epilepsie. Hier hilft es, die Einnahmezeit über zwei, drei Tage in kleinen Schritten von etwa 20 Minuten anzupassen, statt alles auf einmal zu verschieben. Ob das bei Ihnen sinnvoll ist, klären Sie am besten mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt oder mit uns.

Tipp aus der Apotheke: Stellen Sie die Erinnerung auf Ihrem Handy oder an der Tablettenbox schon am Samstagabend um. Dann denken Sie am Sonntag früh nicht mehr darüber nach, und die Einnahme läuft einfach weiter wie gewohnt.

Und Ihr Schlaf?

Die Umstellung auf die Winterzeit fällt den meisten leichter als die im Frühjahr. Wer empfindlich reagiert, kann schon ein paar Tage vorher jeden Abend 15 Minuten später ins Bett gehen. Morgens Tageslicht tanken, tagsüber bewegen und abends auf späten Kaffee verzichten, dann hat sich der Körper meist innerhalb weniger Tage eingestellt.

Wenn Sie unsicher sind, wie Sie Ihre Medikamente rund um die Zeitumstellung nehmen sollen, sprechen Sie uns gern an. Wir schauen uns Ihren Einnahmeplan mit Ihnen an. Nehmen Sie regelmäßig mehrere Medikamente ein, lohnt sich ohnehin ein Blick auf mögliche Wechselwirkungen.

Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung. Ändern Sie Ihre Medikation nicht eigenmächtig, sondern sprechen Sie Änderungen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

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